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Schreckschusspistole / Gaspistole zur Selbstverteidigung?

Die Schreckschusspistole

Gaspistole / Schreckschusspistole
Gaspistole / Schreckschusspistole

Beim jährlichen Silvesterfeuerwerk, bei Sportveranstaltung oder zur Selbstverteidigung- die Schreckschusspistole ist im Handel frei erhältlich und kann vielfältig eingesetzt werden. In Verbindung mit Signalmunition kann sie in Notlagen zum Lebensretter beim alpinen Sport oder auf See werden. Schreckschusswaffen sind zu einem geringen Einstiegspreis erhältlich und nach kurzer Anleitung und etwas Übung leicht zu bedienen. Doch wer darf sich eine solche Waffe zulegen? Wann darf sie geführt werden und in welcher Situation? Diese und weitere Fragen beantwortet dieser Artikel.

Was ist eine Schreckschusspistole  / Gaspistole ?

Schreckschusswaffen werden auch als Signal- oder Gaswaffen bezeichnet. Sie sind nur schwer zu unterscheidende Repliken bekannter, echter Pistolen und Revolver. Auf dem Markt sind zahlreiche, unterschiedliche Modelle verfügbar, die sich von echten Waffen nur durch die Tatsache, dass sie keine Projektile abfeuern können, unterscheiden. Verschossen wird lediglich Knall- und Kartuschenmunition. Erst bei genauerem Hinsehen erkennt man den Unterschied zur scharfen Waffe. Ein kleines Prüfsiegel der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt(PTB), eingeprägt auf den Schlitten oder den Revolverlauf , verrät den Unterschied. Eine zweite, kaum merkliche Gravur zeigt die Abkürzung P.A.K. (Pistole Automatik Knall). Ein weiterer Hinweis, dass sich mit dieser Waffe keine Projektile verschießen lassen.

Dennoch handelt es sich nicht um ein Spielzeug! Schreckschusspistolen sind Waffen und werden vom Gesetzgeber auch als solche gewertet. Aus nächster Nähe abgefeuert können sie, durch den starken Druck der bei der Entladung entsteht, eine verheerende Wirkung verursachen. Ein unmittelbar am Kopf angesetzter Schuss verursacht schwere Verletzungen, die tödlich enden können.

Darf ich eine solche Waffe besitzen und führen?

Gaspistole / Schreckschusspistole
Gaspistole / Schreckschusspistole

Grundsätzlich dürfen Personen ab achtzehn Jahren eine solche Waffe und die dazugehörige Munition frei erwerben. Ausgenommen hiervon ist Pyrotechnik, die den Richtlinien zum Erwerb von Feuerwerksraketen und ähnlichen Produkten unterliegt. Sie dürfen die Waffe in nicht schussfähigem Zustand transportieren und in Ihrer Wohnung, sowie in einem befriedeten Bereich Ihres Grundstücks, aufbewahren. Hier ist auch die Benutzung von Platzpatronen erlaubt, sofern keine Lärmbelästigung vorliegt. Theoretisch darf auch auf fremdem Eigentum geschossen werden, wenn der Eigentümer dies ausdrücklich erlaubt. Besondere Ausnahmeregelungen werden im §12 Absatz 4 des neuen Waffengesetzes definiert.

Ausnahmen sind möglich bei Sportveranstaltungen, der Brauchtumspflege oder bei Theateraufführungen. Platzpatronen dürfen auch im landwirtschaftlichen Bereich benutzt werden, um Vogelschwärme zu vertreiben. Zur Selbstverteidigung ist der Einsatz der Waffe im eigenen Haus, Garten oder der Wohnung erlaubt!

Das führen der Pistole in der Öffentlichkeit gestaltet sich jedoch deutlich schwieriger, da hierzu einige gesetzliche Regelungen beachtet werden müssen. Seit April 2013 verlangt die Gesetzgebung hierfür den sogenannten „kleinen Waffenschein“,  der von der zuständigen Gemeinde oder den Landratsämtern ausgestellt wird. Dieser erlaubt dem Inhaber ein Tragen der geladenen Waffe am Körper, im Auto oder in der Handtasche.

Aber Vorsicht: Selbst mit der entsprechenden Erlaubnis gelten noch viele Ausnahmen. So ist das Mitführen einer Waffe bei öffentlichen Veranstaltungen strengstens verboten. Im Fußballstadion oder auf dem Weihnachtsmarkt darf keine Schreckschusswaffe mitgeführt werden! Generell bleibt das Schießen immer genehmigungspflichtig, jedoch gehört zu den erwähnten Ausnahmen gemäß § 12 Absatz 4 im Waffengesetz eindeutig jede Form von Notwehr oder Notstand.

Wo kann ich eine Schreckschusspistole kaufen?

Gaspistole / Schreckschusspistole
Gaspistole / Schreckschusspistole

Nicht wenige Onlinehändler haben in den vergangenen Jahren das gesteigerte Sicherheitsbedürfnis der Bevölkerung gespürt und bieten eine reiche Auswahl an verschiedenen Modellen. Verschiedene Pistolen, Revolver, spezielle Schulterholster, Munition und Zubehör sind dort erhältlich. Dennoch gilt die Empfehlung sowohl für den Erstkauf als auch für Folgekäufe Privathändler aufzusuchen und eine umfangreiche Beratung in Anspruch zu nehmen.

Sollten Sie bisher noch keine Waffe besessen haben, empfiehlt sich eine Beratung durch einen Fachmann vor Ort. Anerkannte Waffenhändler informieren in ihren Geschäften ausführlich über die Vor- und Nachteile der einzelnen Baureihen und bieten auch eine kurze, zweckdienliche Einweisung in den Gebrauch der Waffe. Der Schutz vor Missbrauch durch Fremde oder Kinder sollte ebenso im Mittelpunkt der Beratung stehen wie das Gewicht der Waffen, die es mitunter auf über 800 Gramm bringen und dann entsprechend schwer zu führen sind. Ihr Fachhändler erklärt auch die Unterschiede bei der Munition, denn abweichend von den übrigen Vorschriften des Waffengesetzes ist der Umgang mit CS-Gas erlaubt, während die effektivere Pfeffermunition nur zur Tierabwehr zugelassen ist.

Haben Sie sich für eine Waffe entschieden, wird Ihnen diese in einem kleinen, gepolsterten Transportkoffer übergeben. Zum Lieferumfang gehört in der Regel die Waffe selbst, bei Pistolen ein Magazin, eine Bürste für die Reinigung des Laufes und eine Bedienungsanleitung. Zu einer Pistole gehört auch noch ein zusätzlicher Schlüssel, mit der die Waffe gesichert werden kann. Sollten Sie sich einen Revolver zugelegt haben, benötigen Sie hierfür ein zusätzliches Schloss. Jede Waffe hat auch eine Seriennummer, anders als bei scharfen Waffen wird diese jedoch nicht registriert.

Hilft mir eine Schreckschusspistole bei der Selbstverteidigung?

Einsatzkräfte der Polizei, private Sicherheitskräfte und Security verwenden zahlreiche Helfer, die dazu dienen sollen, nicht gleich von der Schusswaffe Gebrauch zu machen. Pfefferspray verhindert keinen Terroranschlag, kann aber einen betrunkenen Randalierer wirkungsvoll stoppen. Ein Profi verfügt über eine ganze Reihe von Methoden, um sich verteidigen zu können. Deeskalierende Maßnahmen, die richtige Gesprächsführung und Körpersprache, Kampfsporttechniken. Erst als Ganzes betrachtet führen diese zum Erfolg. Hierzu gehört auch der gekonnte Umgang mit dem Equipment. Welche Vor- und Nachteile sind bei der Selbstverteidigung mit einer Schreckschusspistole zu beachten?

 

Vor und Nachteile einer Gaspistole

Vorteile

Einer der Vorteile dieser Waffen ist die Möglichkeit, sich seinen Gegner auf Distanz zu halten. Je nach Modell und Kaliber ist die Reichweite der Gasladung prinzipiell sehr hoch. Gerade im direkten Vergleich zu Sprays, Stöcken oder Elektroschockern ist dies ein sehr großer Vorteil. Der laute Knalleffekt und die weitreichende Gasladung verschaffen Ihnen ein Zeitfenster, um weitere Maßnahmen zu ergreifen. (Flucht, Hilferuf) Zudem erzeugen sie Aufmerksamkeit und können eventuell Hilfe erfahren. Von allen Selbstverteidigungsmitteln ist die Abschreckungswirkung der Schreckschusspistole wahrscheinlich die Größte. Die große Reichweite erschwert es , dass der Angreifer Ihnen die Waffe abnimmt und gegen Sie selbst einsetzt. Ausschließen kann man dies jedoch nie.

Nachteile

Werden Privatpersonen bedrängt oder gar angegriffen, stehen sie unter großem psychischem Druck. In dieser Situation eine Waffe zu ziehen und richtig mit ihr umzugehen, muss geübt sein. Der Angreifer bemerkt jedes Zögern, spürt die Unsicherheit und zieht seinen Nutzen daraus. Im Gegensatz zu anderen Mitteln der Selbstverteidigung stellt eine Pistole eine beachtliche Bedrohung dar. Unser Gegenüber weiß nicht, dass es sich „nur“ um eine Schreckschusswaffe handelt, und greift vielleicht zu drastischeren Mitteln.

 

Fazit

Schreckschusswaffen und Gaspistolen sind frei verkäuflich, ihre Bedienung leicht zu erlernen. Möchten Sie eine solche Waffe außerhalb Ihrer Wohnung oder Ihres Grundstücks führen, benötigen Sie einen „kleinen Waffenschein“ und müssen zudem noch einige Regeln beachten. In Notwehr dürfen Sie die Pistole einsetzten, um sich zu verteidigen oder Aufmerksamkeit zu erregen.

Als Selbstverteidigungsmittel ist die Gaspistole nur bedingt empfehlenswert. Die Abschreckende Wirkung ist enorm, allerdings ist der kontrollierte Einsatz in einer Stresssituation eher schwierig und auch die Windrichtung spielt eine entscheidende Rolle. Außerdem kann es durch extreme Verwechselungsgefahr mit einer echten Waffe schnell zu sehr unangenehmen Situationen, bei z.B. Verkehrskontrolle durch Polizei und vielen anderen Situationen, kommen. Sie wollen sicherlich nicht, dass ein „Aufmerksamer Bürger“ den Terroralarm auslöst, nur weil er bei Ihnen eine Gaspistole in der Tasche erblickt.

Daher würden wir Ihnen, statt der Schreckschusspistole, eher den Pfefferspray empfehlen. Dieser ist einfacher in der Bedienung, nicht so wartungsintensiv und beugt Irritationen vor.