Startseite » Ratgeber » Fahrradschlösser – mobil und sicher

Fahrradschlösser – mobil und sicher

 

In der warmen Jahreszeit ist ein Fahrrad fast unentbehrlich. Viele nutzen es für den täglichen Weg zur Arbeit, für den Familienausflug zur Eisdiele oder auch für längere Touren. Damit der eigene Drahtesel auch sicher abgestellt werden kann und vor Diebstahl geschützt ist, sollte er mit einem Fahrradschloss gesichert werden.

Die Auswahl an Schlössern ist riesig, viele Radfahrer sind nicht sicher, welches Schloss sie wählen sollten.

Unser Ratgeber gibt Ihnen eine Übersicht und informiert über alles wichtige rund um das Thema Fahrradschlösser.

 

Arten von Fahrradschlössern 

Bügelschlösser – der robuste Klassiker 

Das Bügelschloss sieht einem vergrößerten Vorhängeschloss sehr ähnlich. Es besteht hauptsächlich aus einem größeren Metallring, der meist mit Kunststoff ummantelt ist. Der Bügel ist etwa 18 mm dick und wird meist aus gehärtetem Stahl gefertigt.

Bügelschlösser sind zwar relativ schwer, bieten aber sehr hohe Diebstahlsicherheit.

Faltschlösser – kompakte Begleiter 

Ein Faltschloss wird aus starrem Material in einzelnen Gliedern hergestellt. Diese sind durch Gelenke miteinander verbunden. Dadurch kann es „zusammengefaltet“ werden, was eine platzsparende und zugleich robuste Bauweise ermöglicht.

Was die Diebstahlsicherheit betrifft, kann ein Faltschloss mit einem klassischen Bügelschloss gut mithalten. Die beweglichen Glieder spielen dabei eine große Rolle, denn sie erschweren das Ansetzen von Sägen und Bolzenschneidern.

Kabelschlösser – flexibel und leicht 

Das Kabelschloss stellt eine ganz einfache Konstruktion dar. Es besteht aus einem Stahlseil, das mit Kunststoff ummantelt wurde. Kabelschlösser sind sehr flexibel. Der Schutz des Fahrrades ist jedoch damit nicht besonders hoch, weil es mit einem schlichten Bolzenschneider bereits durchtrennt werden kann. 

Panzerkabelschlösser bieten ein Plus an Sicherheit 

Ein besseres Schloss mit bestimmten Vorteilen ist das so genannte Panzerkabelschloss. Innen hat das Panzerkabel meistens ein Drahtseil. Im Gegensatz zum normalen Kabelschloss ist es beim Panzerkabelschloss jedoch noch von etlichen Metallhülsen umschlossen. Die Metallhülsen besitzen eine gewisse Beweglichkeit, deswegen ist auch das gesamte Panzerkabel sehr flexibel und etwas länger. 

Kettenschlösser 

Kettenschlösser sind deutlich schwerer als Modelle mit Kabeln. Dafür sind allerdings auch deutlich schwerer aufzubrechen. Hochwertige Kettenschlösser erreichen fast die Sicherheit von Bügelschlössern, sind aber wesentlich flexibler, wenn es zum Beispiel darum geht, sein Fahrrad an einem Baum zu schließen.

Wichtige Faktoren, die die Sicherheit einer Kette beeinflussen, sind die Dicke der Glieder sowie eine etwaige Härtung. Außerdem sollte darauf geachtet werden, mit welchem Schloss, beispielsweise einem Vorhängeschloss, die Kette abgeschlossen wird. Auch die stärksten Kettenglieder bieten keinen Mehrwert, wenn sie mit einem dünnen, preisgünstigen Vorhängeschloss gesichert sind, das mit einem Bolzenschneider leichter zu knacken ist, als die Kette selbst. 

Steck- und Rahmenschlösser – die praktischen Wegfahrsperren 

Zu einer anderen Art von Schlössern gehört das Steckschloss, auch Speichenschloss genannt. Es besteht hauptsächlich aus vielen Metallstiften, die den Weg der Speichen blockieren. Das Fahrrad wird an keinem Gegenstand fixiert, sondern nur am Wegfahren gehindert. Diebe können es einfach wegtragen und das Schloss später gewaltsam entfernen. Aus diesem Grund sollte ein Steckschloss, besonders bei teuren Fahrrädern, nicht als alleinige Diebstahlsicherung dienen. 

Das Rahmenschloss ist eine Weiterentwicklung vom Steckschloss. Hier wurde der Riegel, mit dem die Speichen gesperrt werden, in Form eines beidseitig am Fahrradrahmen angebrachten Schwenkriegels montiert. Das Rahmenschloss hat den Vorteil, sich deutlich schwerer aufbrechen zu lassen. Dennoch darf auch hier nicht vergessen werden, dass ein Fahrrad, das nur mit einem Rahmenschloss gesichert ist, einfach weggetragen werden kann.

 

Sicherheitsstufen und Zertifizierungen

Die meisten Hersteller von Fahrradschlössern haben eigene Sicherheitsstufen, in die sie ihre Produkte einteilen. Der Hersteller Abus verwendet beispielsweise ein System mit 15 Sicherheitsstufen, während die Schlösser von Fischer in 9 Stufen unterteilt sind. Jeder Hersteller nimmt die Bewertung seiner Schlösser nach eigenen Maßstäben vor, weswegen ein Vergleich schwierig sein kann. Aus dem selben Grund ist es zu empfehlen, diesen Angaben bei der Kaufentscheidung nicht allzu viel Gewichtung beizumessen.

Stattdessen sollte vor allem darauf geschaut werden, dass das Schloss eine unabhängige Zertifizierung vom ADFC, von der Stiftung Warentest oder vom VdS besitzt. Diese stellen die wichtigsten Qualitätsauszeichnungen für ein sicheres Schloss dar. Entsprechend zertifizierte Schlösser wurden nach dem Testverfahren für die Norm DIN EN 15496 geprüft. Dieser vom ADFC entwickelte Test orientiert sich an den Sicherheitsanforderungen sowie der Alltagstauglichkeit guter Fahrradschlösser. 

Hochwertige Fahrräder, die versichert sind, benötigen unbedingt ein Schloss, dass vom VdS zertifiziert wurde. 

Zwar können auch die am besten bewerteten Schlösser keinen einhundertprozentigen Diebstahlschutz garantieren. Doch mit höherer Qualität des Schlosses verlängert sich die Zeit, die zum Aufbrechen benötigt wird. Somit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass mögliche Diebe aufgeben, bevor sie das Schloss knacken konnten. 

 

Wertvolle Fahrräder stets mit unterschiedlichen Modellen sichern

 

Günstige Fahrräder, und dazu zählen solche, die nicht mehr als 150 Euro wert sind, dürfen auch mit einem Schloss abgeschlossen werden, das nur eine geringe Sicherheitsstufe besitzt.

Bei wertvollen Rädern ist es jedoch ratsam, mehrere Schlösser zu verwenden, die eine möglichst hohe Sicherheit bieten.

Beispielsweise können ein gutes Bügel- und ein zusätzliches Faltschloss kombiniert werden, wobei verschiedene Teile des Fahrrads angeschlossen werden, nämlich Rahmen, Vorder- und Hinterrad. 

 

Auf- und Abschließen mit Schlüssel, Zahlencode oder App 

Viele Radfahrer verwenden Schlösser, die sich über einen klassischen Schließzylinder sichern lassen. Die modernen Fahrradschloss-Schließzylinder haben sich als sehr effektiver Schutz erwiesen, bei dem Manipulationsversuche wenig Erfolg haben. Ein weiterer Vorteil ist die lange Lebensdauer des Schlosses, die bei guter Pflege mitunter erreicht werden kann. 

Schlösser mit Zahlencodes sind eine andere Möglichkeit, Fahrräder zu schützen. Diese Methode ist allerdings nicht so sicher wie ein Schloss mit klassischem Schlüssel. Diebe können die Codes in vielen Fällen durch Manipulationen, Ausspähen oder schlichtes Probieren herausbekommen. Deswegen sollten teure, versicherte Fahrräder (ggf. zusätzlich) mit einem anderen Schloss gesichert werden. 

Inzwischen sind auch Schlösser erhältlich, die sich elektronisch über Smartphones auf- und abschließen lassen. Auch diese Methode bietet ein hohes Maß an Sicherheit, allerding nur, solange die Technik des Smartphones mitspielt. Ist der Akku des Telefons leer, kann auch der Besitzer selbst das Schloss nicht öffnen. 

 

Fazit 

Als Käufer kann man sich grob an den Sicherheitsstufen der Hersteller orientieren. Unabhängige und vertrauenswürdige Informationen zur Sicherheit von Schlössern bieten Zertifizierungen. Diese spielen außerdem eine Rolle, wenn es um das Versichern des Fahrrads geht. 

Als allgemeine Faustregel gilt, dass ein Schloss etwa 5 bis 10 Prozent des Fahrrad-Neupreises kosten sollte. Dabei sollte jedoch nicht vergessen werden, dass das teuerste Schloss nicht unbedingt das beste ist.

Newsletter abonnieren

Tragen Sie sich in unseren Newsletter ein und erhalten Sie regelmäßig aktuelle Security-News per E-Mail. Unsere Datenschutzerklärung finden Sie hier.

Anzeige