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Geld abheben im Ausland: So vermeiden Sie hohe Gebühren und Kostenfallen

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Das Geldabheben im Ausland kann teuer werden, wenn Sie nicht auf die damit verbundenen Gebühren achten. Diese Gebühren können Ihre Reisekosten erheblich beeinflussen. Glücklicherweise gibt es verschiedene Strategien, um hohe Gebühren beim Geldabheben im Ausland zu vermeiden oder zu minimieren. In diesem Artikel werden wir Ihnen die hilfreichsten Tipps vorstellen, die Ihnen dabei helfen, hohe Gebühren und Kostenfallen im Ausland zu vermeiden.

Mögliche Gebühren und Kosten beim Geldabheben im Ausland

  • Gebühren für Fremdautomaten: variieren zwischen 0 und 10 Euro pro Transaktion, gelegentlich bis zu 4 % des abgehobenen Betrags.
  • Fremdwährungsgebühren: liegen im Bereich von 0 bis 5 % pro Transaktion.
  • Auslandseinsatzgebühren: bewegen sich zwischen 0 und 5 % pro Transaktion. Hierbei entstehen entweder Fremdwährungsgebühren oder Auslandseinsatzgebühren. Beide zusammen sind selten üblich.
  • Geldautomatengebühren: sind vor allem bei Touristengeldautomaten in der Nähe von Sehenswürdigkeiten anzutreffen. Beispielsweise verlangen türkische Geldautomaten oft mehr als 5 %. Polnische Geldautomaten wiederum erheben häufig bis zu 10 %.
  • Zinsen: treten etwa bei Revolving-Kreditkarten mit integrierter Ratenzahlungsfunktion auf oder bei Bedingungen, die bereits nach 3 Tagen Zinsen für Bargeldabhebungen veranschlagen.

10 Tipps für weniger Gebühren beim Geldabheben im Ausland

  1. Wählen Sie die richtige Bank: Bevor Sie ins Ausland reisen, überprüfen Sie die Gebührenpolitik Ihrer Bank für internationale Geldabhebungen. Einige Banken haben Kooperationen mit ausländischen Banken, bei denen Sie gebührenfrei abheben können. Recherchieren Sie im Voraus, um die besten Optionen zu finden.
  2. Wählen Sie die richtigen ATMs mit niedrigen oder keine Automatengebühren: Achten Sie darauf, Geldautomaten zu nutzen, die niedrige oder im besten Falle keine zusätzlichen Gebühren erheben. Einige Automaten, besonders in touristischen Gebieten, können hohe Gebühren für ausländische Karten verlangen. Suchen Sie nach Geldautomaten in Bankfilialen oder seriösen Geschäften, um diese Gebühren zu vermeiden.
  3. Aktuelle Informationen über das Land recherchieren: Jedes Land hat so seine Eigenheiten. Bevor Sie im Ausland Geld abheben sollten Sie die aktuellesten Information über Ihr Reiseziel recherchieren. Geben Sie in Suchmaschinen Begriffe wie „Geld abheben + Reiseziel“ ein und informieren Sie sich über die häufigsten Kostenfallen im jeweiligen Land.
  4. Nutzen Sie Reisekreditkarten: Reisekreditkarten bieten oft niedrigere Wechselkurse und geringere Gebühren für Auslandstransaktionen. Vergleichen Sie die Angebote verschiedener Kreditkarten, um diejenige zu finden, die am besten zu Ihren Bedürfnissen passt.
  5. Vermeiden Sie Währungsumrechnungsoptionen am Automaten (Dynamic Currency Conversion): Wenn Sie an einem Geldautomaten gefragt werden, ob Sie die Transaktion in Ihrer Heimatwährung oder in der Landeswährung abwickeln möchten, wählen Sie immer die Landeswährung. Die Währungsumrechnung durch den Automaten kann oft zu ungünstigen Wechselkursen führen.

    Achten Sie auf die richtige Taste! Die Anzeige vieler Automaten ist so konfiguriert, dass zunächst eine Währungsumrechnung angeboten wird. Daher empfiehlt es sich, genau zu überprüfen, welche Taste Sie drücken müssen, um den Betrag in der Landeswährung abzuheben. Weiter unten erfahren Sie mehr über Dynamic Currency Conversion.

  1. Nutzen Sie Bargeld-Rückzahlungsprogramme: Einige Banken bieten Programme an, bei denen Sie einen Teil der Geldautomatengebühren zurückerstattet bekommen, wenn Sie im Ausland abheben. Informieren Sie sich über solche Programme bei Ihrer Bank.
  2. Planen Sie größere Abhebungen: Vermeiden Sie häufige kleine Abhebungen, da jede Transaktion zusätzliche Gebühren verursachen kann. Planen Sie größere Abhebungen, um die Anzahl der Transaktionen zu reduzieren.
  3. Nutzung von Online-Währungsumtauschdiensten: Einige Online-Dienste bieten günstigere Wechselkurse und niedrigere Gebühren für Währungsumtausch an. Überprüfen Sie diese Optionen im Voraus und tauschen Sie Geld, bevor Sie reisen.
  4. Verhandeln Sie mit Ihrer Bank: In einigen Fällen können Sie mit Ihrer Bank über niedrigere Gebühren oder bessere Konditionen für internationale Transaktionen verhandeln. Es lohnt sich, nachzufragen.
  5. Geld abheben vs. Geld umtauschen: Vergleichen Sie die Kurse von Exchange Büros und ziehen Sie die Option eines Umtausches vor wenn Sie genügend Barreserven haben.
  6. Informieren Sie sich genau über die Behauptungen von Geldautomaten: häufig zeigen ausländische Geldautomaten „0 % Kommission“ an, suggerieren scheinbar gebührenfreie Abhebungen. Doch diese Anzeige kann trügerisch sein. Tatsächlich bezieht sich dieser Hinweis primär auf Beträge, die nicht in Euro umgerechnet werden. Denn für diese Konvertierung erheben die Automatenbetreiber stets eine Gebühr. Zudem sagt dieser Hinweis nichts darüber aus, ob Sie von Ihrem Kreditkarten- oder EC-Kartenanbieter eine Gebühr für die Nutzung der Karte im Ausland zahlen müssen. Ob die Anzeige zutreffend war, erkennen Sie leider erst anhand Ihres Kontoauszugs oder der Quittung. Daher ist es ratsam, vor der Reise die Konditionen Ihrer eigenen Kreditkarte zu überprüfen. Beim Abheben vor Ort sollten Sie stets auf die Umrechnung in Euro verzichten.

Dynamic Currency Conversion (DCC)

Dynamic Currency Conversion (DCC), zu Deutsch „Dynamische Währungsumrechnung“, ist ein Service, der von einigen Geldautomaten, Geschäften oder Restaurants angeboten wird, wenn Sie mit einer ausländischen Kredit- oder Debitkarte bezahlen. Bei der DCC wird Ihnen die Möglichkeit gegeben, den Betrag in Ihrer eigenen Heimatwährung statt der Landeswährung abzurechnen. Dies bedeutet, dass der Händler oder Dienstleister die Währungsumrechnung für Sie vornimmt, anstatt dass Ihre Bank dies tut.

Warum sollten Sie DCC vermeiden?

  1. Ungünstige Wechselkurse: Oftmals verwenden Händler und Dienstleister, die DCC anbieten, ungünstige Wechselkurse. Dadurch kann der tatsächliche Betrag, den Sie bezahlen, höher ausfallen als bei der Umrechnung durch Ihre eigene Bank.
  2. Zusätzliche Gebühren: Neben den ungünstigen Wechselkursen erheben einige Händler oder Dienstleister auch zusätzliche Gebühren für die Nutzung von DCC. Dies kann dazu führen, dass Sie mehr bezahlen, als wenn Sie die Transaktion in der Landeswährung abwickeln.
  3. Fehlende Transparenz: Bei der Nutzung von DCC ist es oft schwierig, den genauen Wechselkurs und die tatsächlichen Kosten der Transaktion zu überprüfen. Dies kann zu Verwirrung und Unklarheit führen.
  4. Verlust von Vorteilen Ihrer Kreditkarte: Wenn Sie DCC nutzen, verzichten Sie möglicherweise auf die Vorteile, die einige Kreditkarten bieten, wie z. B. Belohnungen, Cashback oder Versicherungsschutz für Einkäufe im Ausland.
  5. Ungenügende Vergleichsmöglichkeiten: Indem Sie die Landeswährung verwenden, behalten Sie die Kontrolle über den Wechselkurs und können die Umrechnung mit den Angeboten Ihrer Bank oder anderen Wechselkursdiensten vergleichen.

So vermeiden Sie DCC:

  • Lesen Sie genau und wenn nötig zwei Mal bevor Sie auf eine Taste drücken.
  • Lehnen Sie die Option ab, in Ihrer Heimatwährung abzurechnen, wenn sie Ihnen angeboten wird.
  • Wählen Sie stattdessen immer die Landeswährung für Ihre Transaktionen aus.
  • Überprüfen Sie regelmäßig die Transaktionen auf Ihren Kontoauszügen, um sicherzustellen, dass keine unerwarteten Gebühren oder Wechselkurse erhoben wurden.

Insgesamt ist es in den meisten Fällen ratsam, die DCC-Option zu meiden und stattdessen die Landeswährung zu wählen, um ungünstige Wechselkurse und zusätzliche Gebühren zu vermeiden. Dies ermöglicht Ihnen eine transparentere und kostengünstigere Abwicklung von internationalen Transaktionen. Das gilt übrigens auch beim Bezahlen mit der EC-Karte in Geschäften, Gastronomie und Supermärkten. Auch bei der Online-Zahlung von Flügen kann es vorkommen, dass Ihnen von der Fluggesellschaft angeboten wird, in Euro umzurechnen. Bevorzugen Sie auch in solchen Fällen die Landeswährung des jeweiligen Landes, in das Sie einreisen möchten.

Vorsicht in diesen Ländern

Vor allem in Großbritannien, Polen, Tschechien und der Schweiz werden oft hohe Umrechnungspreise angeboten.

In allen Fällen gilt: Verzichten Sie auf die Umrechnung, um unnötige Kosten zu vermeiden.

Sonderfall: Anbieter von privaten Geldautomaten

Besonders vorsichtig sollten Sie bei Anbietern von privaten Geldautomaten sein. Dazu zählen:

  • Euronet, IC Cash Services
  • Bankhaus August Lenz & Co.
  • Cardpoint
  • NoteMachine Deutschland

Achtung: Vermeiden Sie vor allem Euronet Geldautomaten! Diese weisen von vornherein eine hohe Mindestabhebesumme auf, die zu übermäßig hohen Abhebungen verleiten kann. Zusätzlich dazu kommen hartnäckige Anfragen zur dynamischen Währungsumrechnung hinzu. Nutzen Sie stattdessen Geldautomaten internationaler Banken.

Fazit

Die Vermeidung hoher Gebühren beim Geldabheben im Ausland erfordert ein gewisses Maß an Planung und Recherche. Durch die Auswahl der richtigen Bank, die Nutzung von Reisekreditkarten, das Finden von geldautomatengebührenfreien Optionen und die geschickte Nutzung von Währungsumtauschmöglichkeiten können Sie sicherstellen, dass Sie mehr von Ihrem Geld während Ihrer Auslandsreise behalten. Variieren Sie auch Ihre Zahlungsmethoden. Es empfiehlt sich, bei Auslandsreisen unterschiedliche Zahlungsmethoden zu verwenden. Am besten führen Sie sowohl Bargeld in der Landeswährung als auch in Euro mit, dazu eine Kreditkarte sowie Ihre EC-Karte. So sind Sie stets flexibel, wenn es um Geldverfügbarkeit geht.

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Bild: @liliana-drew / Pexels