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Ratgeber: Atemschutzmaske / Feinstaubmaske

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Anwendungsmöglichkeiten

Haben Sie auch schon einmal über die Anschaffung einer Atemschutzmaske nachgedacht? Für solche Masken gibt es viele Anwendungsmöglichkeiten. Handwerkliche Tätigkeiten, bei denen Feinstaub entsteht (z.B. Schleifen oder Fräsen), Tätigkeiten, bei denen man schädlichen Partikeln und Dämpfen ausgesetzt ist wie z.B. beim Lackieren, als Schutz gegen Rauch und schädliche Gase, wie Feuerwehrleute ihn benötigen und nicht zuletzt als Schutz gegen Ansteckung und Krankheitserreger.

Aber wann macht eine Atemschutzmaske bzw. eine Feinstaubmaske wirklich Sinn? Welche Maske ist für welchen Zweck die richtige? Und gibt es eigentlich einen Unterschied zwischen Atemschutzmasken und Feinstaubmasken? Um ein bisschen Licht ins Dunkel zu bringen, wollen wir uns hier in diesem Artikel mit der Thematik einmal genauer auseinandersetzen.

 

Atemschutzmaske oder Feinstaubmaske?

Der Begriff Atemschutzmaske ist die allgemeine Bezeichnung für einen Atemanschluss, der den Träger vor Atemgiften schützen soll. Dabei unterteilt sich die Atemschutzmaske in Vollmasken, die das komplette Gesicht bzw. den gesamten Kopf schützen, und in Halbmasken, die nur Mund und Nase umschließen. Die Feinstaubmaske ist eine Art der Atemschutzmaske und bietet in der Regel nur Schutz vor dem Einatmen von Schwebeteilchen und Partikeln, schützt aber nicht vor Gasen und Dämpfen. Sie ist meistens als Halbmaske vorzufinden.

Der Filter macht den Unterschied

Feinstaubmasken bzw. deren Filter werden in drei verschiedene Filterkategorien klassifiziert: FFP-1, FFP-2 und FFP-3. Hauptunterscheidungsmerkmale sind die Gesamtleckage (ergibt sich durch Filterdurchlass und Undichtigkeiten der Maske), die maximale Überschreitung des Arbeitsplatzgrenzwertes (der AGW gibt die maximal zulässige Konzentration von Partikeln in der Luft an, die nicht zu gesundheitlichen Schäden führt. Eine Übersicht hierzu finden Sie im Internet unter den Stichwörtern „TRGS 900“ bzw. „TRGS 401“) und der prozentuale Anteil an Partikeln bis zu einer Größe von 0,6µm, der aus der Luft herausgefiltert wird.

  • FFP-1: Gesamtleckage max. 25%, Überschreitung AP-Grenzwert 4-fach, min. 80% Partikel bis zu 0,6µm
  • FFP-2: Gesamtleckage max. 11%, Überschreitung AP-Grenzwert 10-fach, min. 95% Partikel bis zu 0,6µm
  • FFP-3: Gesamtleckage max. 5%, Überschreitung AP-Grenzwert 30-fach, min. 99% Partikel bis zu 0,6µm

Wer einen Schutz gegen Rauch und giftige Gase und Dämpfe benötigt, kommt mit einer FFP-3 Maske, egal in welcher Ausführung, nicht aus. Hier sind Vollmasken mit Steck- oder Schraubfiltern von Nöten, deren Filter auf das jeweilige Gas und die jeweilige Konzentration ausgelegt sein müssen. In diesem Fall ist es sinnvoll, professionelle Beratung bei der Berufsgenossenschaft, der Feuerwehr oder ähnlichen Einrichtungen einzuholen.

 

Atemschutzmasken / Feinstaubmasken
Atemschutzmasken / Feinstaubmasken Bildquelle: Pixabay / Autor: Geralt

 

Einweg- oder Mehrwegmaske

Einweg-Feinstaubmasken (englisch: filtering face piece, FFP) bestehen meist aus Vliesstoff mit Gummibändern und können sich über einen formbaren Nasenbügel an die Gesichtskontur anpassen. In der Regel sind diese Art Masken nur für die einmalige Nutzung bzw. für einen Arbeitstag vorgesehen. Gekennzeichnet wird dies durch die zusätzlichen Buchstaben „NR“ (not reusable) hinter der Filterklassifizierung. Wer häufiger mit Feinstäuben und anderen schädlichen Stoffen in Berührung kommt, ist mit einer Mehrweghalbmaske mit austauschbaren Filtern besser versorgt (Kennzeichnung „R“ – reusable). Die zugehörigen Filter können nachgekauft und nach Gebrauch meist mit ein paar einfachen Handgriffen gewechselt werden – hier ist darauf zu achten, dass die Austauschfilter die gleiche Größe und Form haben wie die Originalfilter, daher sollte man überlegen, ob man nicht lieber auf Filter des Originalherstellers zurückgreift. Beim Kauf der Maske ist ein vorheriges Anprobieren anzuraten, um eine optimale Passform zu gewährleisten. Sollte diese Möglichkeit nicht gegeben sein, z.B. weil man im Internet bestellen will, bieten die meisten Anbieter auch die Möglichkeit, in einer Tabelle, in welcher verschiedene Nasen-Kinn-Abstände angegeben sind, die richtige Größe für sich zu finden.

 

Atemschutzmasken: Welche Filterklasse für welche Tätigkeiten?

Welche Art Maske mit welcher Klassifizierung für Sie die richtige ist, kommt auf die Tätigkeit an. In Umgebungen, in denen nicht mit giftigen Partikeln zu rechnen ist, wie z.B. in der Lebensmittelindustrie, ist eine Maske der Klassifizierung FFP-1 ausreichend.

In der Bergbau- oder Metallindustrie, in der sich durchaus gesundheitsschädliche oder erbgutverändernde Stoffe in der Luft befinden können, sollte man wenigstens auf eine Maske der Klasse FFP-2 zurückgreifen.
Masken der Klassifizierung FFP-3 bieten den größtmöglichen Schutz, schützen auch vor giftigen und krebserregenden Partikeln sowie vor Viren und finden unter anderem Anwendung in Laboren und der chemischen Industrie.
Doch nicht nur im täglichen Berufsleben, auch im Hobbybereich, z.B. wenn Sie Holz oder Metall bearbeiten wollen, sollten Sie eine Atemschutzmaske verwenden. Oft wird dies vernachlässigt, als übertrieben abgetan oder sogar als lächerlich dargestellt. Dabei gibt es gute Gründe, auch im privaten Bereich nicht auf einen Atemschutz zu verzichten.

 

Holzstaub, nein danke!

Gerade Holzstaub bildet ein unterschätztes Risiko. Aufgrund seiner Korngrößenverteilung können große Teile des Staubes in Nase und Lunge gelangen und dort Reizungen oder sogar Allergien auslösen. Neben der mechanischen Reizung bilden auch Inhaltsstoffe wie z.B. Schimmelpilze, sowie Sekundärstoffe wie Beize und Lacke ein Risiko. Diese können krebserregend sein. Wer also gerne mit Holz arbeitet und sich auch in der Zukunft noch bester Gesundheit erfreuen möchte, ist gut beraten, sich vor der Holzbearbeitung einen Atemschutz anzulegen, mindestens der Klasse FFP-2. So sind Sie vor eventuellen Verunreinigungen der Atemwege geschützt.

 

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Coronavirus – Schutzmasken, Bildquelle: Pixabay / Autor: Geralt

 

Schutzmasken gegen (Corona-)Viren?

Eine derzeit viel diskutierte Frage ist wohl, ob solche Atemschutzmasken auch gegen Viren schützen. Viren sind oft hochinfektiös. FFP-3-klassifizierte Masken bieten allgemein gesehen sicherlich den höchsten Schutz, jedoch gibt es keine klinischen Studien zum Infektionsschutz durch Atemschutzmasken. In einem Beschluss der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (Beschluss 609, 2015) heißt es: „Eine Verbreitung des Erregers durch den Patienten, kann durch Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes, […] vermindert werden.“ Hier kann man klar herauslesen, was auch viele Virologen und Experten sagen: Atemschutzmasken oder Virenschutzmasken können hauptsächlich davor schützen, dass man selbst andere durch Tröpfcheninfektion o.ä. ansteckt. Der Selbstschutz steht hierbei an zweiter Stelle und ist allein durch das Tragen einer Halbmaske, egal welcher Klasse, nicht effektiv. Viren können nicht nur durch Mund und Nase, sondern auch durch die Augen und teilweise auch durch die Haut in den Körper eindringen. Davon abgesehen, sind Viren durchschnittlich zwischen 0,2 und 2 µm groß, was wiederum bedeutet, dass ein Teil auch durch eine FFP-3 Maske hindurchkommen kann. Ein wirklich sicherer Schutz ist nur mit Ganzkörper-Spezialanzügen gegeben und bei gleichzeitiger Nutzung spezieller Atemmasken, wie sie z.B. das Militär oder Chemielabore verwenden. Der beste Schutz für den Normalbürger gegen Viren ist Abstand von kranken Mitmenschen zu halten, eine ausgiebige Hygiene, gerade beim Händewaschen, und bei Bedarf eben eine Atemmaske gegen grobe Tröpfcheninfektion und Schmierinfektion. Mehr zum Thema Selbstschutz während der Corona-Krise erfahren Sie in unserem Ratgeber: Corona-Virus und Schutzmaßnahmen.

 

Warum tragen Asiaten oft Atemschutzmasken?

Im Fernsehen, im Internet, aber auch im realen Leben sieht man häufig Menschen asiatischer Abstammung mit Atemschutzmasken herumlaufen. Bei genauerem Hinsehen handelt es sich hierbei oft nur um eine Art Mundschutz, wie sie Chirurgen oder Zahnärzte tragen. Dieser dient im medizinischen Umfeld als Schutz der Patienten vor Speicheltröpfchen vom Arzt, sowie als Schutz der Ärzte z.B. vor Blutspritzern von Patienten. Diese Art Mundschutz wird oft als Atemschutz missbraucht und hilft dem Träger sich sicherer zu fühlen, hauptsächlich gegen verunreinigte Luft und ansteckende Erkrankungen. Gerade auf dem asiatischen Kontinent gibt es viele sehr große Städte mit teils hoher Armut, hoher Krankheitsrate und hoher Luftverschmutzung, weswegen es für die dort lebenden Menschen normal geworden ist, mit vermeintlich schützenden Masken herumzulaufen.

Auch die in den letzten Jahren dort aufgetretenen Fälle von Vogelgrippe, Schweinegrippe und nun des Coronavirus, haben zur Festigung dieses Brauchs beigetragen. Teilweise ist es sogar schon ein Modetrend geworden, wie z.B. in Japan, wo es Masken nicht nur in allen möglichen Farben, sondern auch Gerüchen gibt. Zum Teil werden die Masken auch einfach verwendet um schlechte Zähne, fehlendes Make-up oder Mundgeruch zu verstecken. Der Schutz dieser Masken ist oft nur imaginär, da diese „Operationsmasken“ meist nicht einmal die Ansprüche einer FFP-1 Maske erfüllen und maximal vor einer Schmierinfektion durch Berühren der Nase oder des Mundes schützen. Eher noch erhöhen diese Masken sogar das Ansteckungsrisiko, da sich die Personen, die eine solche Maske tragen, in falscher Sicherheit wiegen und andere Präventionsmaßnahmen vernachlässigen.

 

Woher bekomme ich eine passende Atemschutzmaske?

Sollten Sie sich dazu entscheiden, eine Atemschutzmaske zu kaufen, ist dies vielerorts möglich. Natürlich bietet das Internet eine riesengroße Auswahl, aber auch vor Ort in Baumärkten, Arbeitsschutzausstattern oder Apotheken können Sie, je nach gewünschter Art, Masken bekommen. Für eine Atemschutzmaske mit Wechselfiltern macht es Sinn, bei dem Händler Ihres Vertrauens vor Ort vorbeizuschauen, da Sie so die Möglichkeit haben, den Sitz und die Verarbeitung der Maske zu prüfen. Nicht zuletzt sind diese auch teurer und sollten somit ihr Geld wert sein.

Ob Sie sich für eine Atemmaske entscheiden und wenn ja, für welche Ausführung und Klasse, muss für jeden Fall individuell betrachtet werden. Hier sollte man mit Vernunft, gesundem Menschenverstand und Objektivität die Sache angehen. Die Werte der verschiedenen FFP-Klassen sind Mittelwerte und können leicht schwanken. Greifen Sie im Zweifelsfall daher lieber immer zu einer Maske der höheren Stufe. Sollten Sie unsicher sein, welche Gefahrenstoffe generell in welcher Konzentration vorliegen, können Sie eine Bewertung durch die Berufsgenossenschaft oder ähnliche Einrichtungen machen lassen.

 

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Bildquelle: https://pixabay.com/de/illustrations/mundschutz-atemschutzmaske-maske-4791772/

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