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Quarzsandhandschuhe zur Selbstverteidigung?

Quarzsandhandschuhe – was ist darunter zu verstehen?Quarzsandhandschuhe

Quarzsandhandschuhe sind aus Glattleder gefertigte, widerstandsfähige Lederhandschuhe, die im Bereich der Fingerknöchel mit einer Lederpolsterung versehen sind, die mit Quarzsand gefüllt ist. Durch die flexible Füllung erhält der Handschuh zum einen zusätzliche Stabilität und zum anderen werden Knöchel und Handrücken vor äußeren Einwirkungen, wie Schlägen, Stößen, zufallenden Türen und anderen Dingen geschützt. Meist verfügen die Handschuhe zusätzlich über ein hochwertiges Aramid Kevlarfutter®, Ferrum- oder Spektrafutter, wodurch Schnittverletzungen, beispielsweise bei Angriffen mit dem Messer oder Glasscherben, vermieden werden. Für einen perfekten Sitz sorgt bei den meisten Quarzsandhandschuh-Modellen ein im Bereich des Handgelenks eingearbeiteter Gummizug. Ein verstellbarer Klettverschluss dient der Fixierung am Handgelenk.

Quarzsandhandschuhe – wo und wie werden sie eingesetzt?

In der Sicherheitsbranche bei Security und Türstehen beliebt, sind die Handschuhe aufgrund ihrer nachgesagten Schlagkraft-verstärkenden Wirkung auch ein Szeneaccessoire, das gern von Hooligans und in der rechts- und linksradikalen Szene getragen wird. Doch vor allem spielen die Quarzsandhandschuhe im Bereich der Selbstverteidigung, im Alltagseinsatz von Sicherheitskräften, aber auch im privaten Bereich zum Schutz vor ungewollten Übergriffen eine nicht unbeträchtliche Rolle. Sie dienen dem eigenen Schutz vor Knöchel- oder Handverletzungen. Mit diesen Handschuhen besteht dank ihres widerstandsfähigen und festen Materials, neben dem optimalen Schnittschutz hinsichtlich eines Angriffs mit spitzen oder scharfen Gegenständen die Möglichkeit, den Angreifer gefahrlos zu greifen, ihn abzuwehren und schnell kampfunfähig zu machen. Selbst nasse Personen oder glitschige Gegenstände lassen sich mit Quarzsandhandschuhen problemlos greifen. Außerdem sorgt die flexible Füllung der Handschuhe dafür, dass effektive Schläge möglich sind. Durch die Quarzsandfüllung erhöht sich zwar das Gewicht der Handschuhe, die Wucht eines Schlages wird aber nur minimal potenziert. Schon aus technischer Sicht kann ein Schlag mit einem Quarzsandhandschuh keine höhere Schlagenergie erreichen, als ein Schlag mit der blanken Faust. Trotzdem ist die psychologische Wirkung von diesen Handschuhen nicht von der Hand zu weisen. Abschreckung ist ein großer Bestandteil in der Selbstverteidigung. Schon das Ritual des Anziehens oder eine entsprechende Geste kann dazu führen, dass sich ein potenzieller Angreifer sein Vorgehen noch einmal durch den Kopf gehen lässt. Öffentliches Anziehen dieser Handschuhe signalisiert dem Gegner, dass es hier eine Grenze gibt, die er besser nicht überschreiten sollte. Dass Schläge mit einem Quarzsandhandschuh bei Faustkämpfen eine ähnliche Wirkung wie mit Schlagringen haben können, ist nicht richtig. Doch kann aus einer Körperverletzung rechtlich eine schwere Körperverletzung werden, wenn ein derartiger Handschuh mit im Spiel war.

Quarzsandhandschuhe – ist der Gebrauch und der Besitz legal?

ParagraphQuarzsandhandschuhe fallen nicht unter das deutsche Waffenschutzgesetz. Sie sind im Sinne des Waffenrechts keine Waffe. Die Zweckbestimmung als Hieb- und Stoßwaffe ist nicht gegeben. Dies bestätigt der aufgrund § 2 V WaffG ergangene Bescheid des Bundeskriminalamtes vom 12.07.2006 Az. KT 21 / SO 11-5164.01 – Z-41 hinsichtlich Waffeneigenschaft. Dieser Bescheid verneint ausdrücklich, dass es sich bei den Handschuhen mit Quarzsandfüllung um eine Waffe handelt. Darin heißt es: „Die Verletzungsgefahr eines Gegners ist durch die Verstärkung mit der Füllung nicht signifikant erhöht, vielmehr dient die Füllung dem Schutz vor eigenen Verletzungen.“ Somit stellt sich der Besitz und Gebrauch von Quarzsandhandschuhen hinsichtlich des Waffenschutzgesetzes als unbedenklich und legal dar. Jedoch der Bundesgerichtshof sieht diese Handschuhe im Sinne des Strafgesetzbuches in seinem Urteil vom 26.04.2012 – Az. 4 StR 51/12 als „gefährliches Werkzeug“ an, da sie geeignet sind, gefährliche Verletzungen herbeizuführen. So sollten zu öffentlichen Veranstaltungen, wie Konzerten, Demonstrationen, Fußballspielen oder Versammlungen, die dem Versammlungsgesetz (§ 17a Abs. 1 VersammlG) unterliegen, die Quarzhandschuhe nicht mitgeführt werden. Grund dafür ist, dass mit diesen Handschuhen Vollstreckungsmaßnahmen durch Träger von Hoheitsbefugnissen abgewehrt werden könnten. Kurz: Der Kauf und das Tragen von Handschuhen mit Quarzsandfüllung sind in Deutschland legal. Für Polizisten ist jedoch ihr Einsatz aufgrund der Tatsache, dass mit diesen Handschuhen unverhältnismäßige Schäden bei den Opfern verursacht werden könnten, verboten. In den Ländern der Europäischen Union, außer in Großbritannien, ist der Besitz und Gebrauch der Quarzsandhandschuhe erlaubt. Aber in der Schweiz und in Australien wurden sie als gefährliche Waffe klassifiziert, in Teilen der USA sind sie verboten.

Quarzsandhandschuhe – Kaufmöglichkeiten

Um Quarzsandhandschuhe erwerben zu können, sollte ein darauf spezialisiertes Geschäft aufgesucht werden. Dies können Waffenläden oder Läden, die Berufsbekleidung und Equipment für Sicherheitsdienste, Security, Bundeswehr und dergleichen anbieten, sein. Im Discounter sind die Quarzsandhandschuhe nicht zu finden. Eine weitere Möglichkeit, die mit Quarzsand gefüllten Handschuhe zu kaufen, sind spezielle Onlineshops. Hier werden die Handschuhe in diversen Größen, Formen und Farben angeboten. Meist ist die Auswahl in Onlineshops sehr viel größer und preiswerter als in einem Fachhandel. Ratsam ist es, sich vor dem Kauf über

  • die Qualität des entsprechenden Artikels,
  • die Verarbeitung, speziell der Nähte der Protektoren und
  • den Zweck, zu dem der Handschuh im Endeffekt dienen soll,

zu informieren und klar zu werden. Nur eine hochwertige Verarbeitung der Nähte der Protektoren gewährleistet, dass der enthaltene Sand nicht ausläuft und somit der Handschuh nicht unbrauchbar wird. Das Preisniveau beläuft sich je nach Qualitätsanspruch und Zweck zwischen 15 bis 50 Euro.

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Quarzsandhandschuhe – Vorteile und Nachteile bei der Selbstverteidigung

Die Vorteile der Quarzsandhandschuhe

  • Schutz vor Knöchel- und Handverletzungen,
  • fallen nicht unter Waffenschutzgesetz,
  • einfaches Handling,
  • Abschreckwirkung und
  • günstig in der Anschaffung.

Die Nachteile

  • ein relativ hohes Gewicht.
  • Aggressor muss mit eigener Körperkraft abgehalten werden
  • Griff etwas schwächer durch die Füllung an den Knöcheln

Fazit

Bei den Quarzsandhandschuhen handelt es sich um Sicherheitshandschuhe, die zum Equipment eines jeden Türstehers, Security oder Ordners gehören. Aber auch im privaten Bereich werden sie hinsichtlich der Selbstverteidigung zum Schutz vor Angriffen genutzt. In den einschlägigen Kreisen werden Quarzsandhandschuhe sehr oft bei Auseinandersetzungen getragen. Da sie nicht dem Waffenschutzgesetz unterliegen, ist ihr Besitz und Gebrauch in Deutschland legal. Eine weitverbreitete, falsche Annahme ist es, dass durch die alleinige Benutzung von Quarzsandhandschuhen stärkere Verletzungen hervorgerufen werden, als mit der blanken Faust. Diese mit Quarzsand gefüllten Handschuhe schützen den Träger vor Verletzungen der eigenen Hand. Das im Innern befindliche Futter aus Kevlar, Spektra oder Ferrum verhindert Schnittverletzungen, wie beispielsweise durch eine abgeschlagene Bierflasche. Da die Handschuhe grifffest sind, können sogar nasse Personen und glitschige Gegenstände festgehalten werden. Quarzsandhandschuhe sind hinsichtlich der Selbstverteidigung eine Anschaffung, die zur Selbstverteidigung seines Trägers dienlich ist.

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