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Ratgeber: Selbstschutz auf der Baustelle

Baustelle Bauarbeiter Schutzkleidung

PSA und die Notwendigkeit von Selbstschutz

Die Berufsgenossenschaft sowie der Gesetzgeber liefern konkrete Vorgaben im Bereich der Baustellensicherheit, unter anderem zum Thema Selbstschutz und damit einhergehend zum Tragen von Schutzkleidung.
Die persönliche Schutzausrüstung (PSA) beschreibt alle am Körper getragenen Gegenstände, die für die Aufrechterhaltung des Selbstschutzes notwendig sind. Der Selbstschutz ist erforderlich, um die körperliche Unversehrtheit vor gegenwärtigen Gefahren, z. B. auf einer Baustelle, hinreichend schützen zu können.

In Deutschland gilt:
Wird zur Ausübung der Tätigkeit Schutzkleidung benötigt, so ist der Arbeitgeber verpflichtet, diese seinen Beschäftigten kostenlos zur Verfügung zu stellen! (§ 3 Arbeitsschutzgesetz/ArbSchG)

Warum ist auch auf “kleinen” Baustellen im Eigenheim der nötige Selbstschutz wichtig?

Eine Baustelle ist vor allem durch eine fortlaufende Veränderung gekennzeichnet. Durch die anfallenden Arbeiten sind beispielsweise Wege von Hindernissen versperrt, die am Vortag noch frei zugänglich waren. Dies gilt für kleinere Baustellen ebenso wie für größere. Der notwendige Selbstschutz ist daher auch bei einer Baustelle im Eigenheim von großer Bedeutung. Das subjektive Sicherheitsgefühl in den eigenen vier Wänden suggeriert außerdem eine vermeintliche Sicherheit, die nicht selten zu Unachtsamkeiten führt. Es ist daher gerade auf dem eigenen Grundstück besonders wichtig den Selbstschutz ebenso akribisch zu beachten, wie auf einer Großbaustelle.

Gefahrenunterweisung auf der Baustelle

Unterwiesene Personen sollen in der Lage sein, eine Sicherheits- und Gesundheitsgefährdung zu erkennen und ihr Handeln, entsprechend den vorgesehenen Schutzmaßnahmen, anpassen zu können.
Der Arbeitgeber ist deshalb verpflichtet seine Mitarbeiter gemäß §12 Arbeitsschutzgesetz zu unterweisen.

Eine sogenannte Erstunterweisung ist bereits vor der Aufnahme von Tätigkeiten erforderlich. Die Gefahrenunterweisung ist mindestens einmal jährlich, sowie anlassbezogen (z.B. bei Aufnahme einer neuen Tätigkeit oder Standortwechsel) zu wiederholen.

Was sollte man verwenden?

Helme

Besonders Kopfverletzungen können verheerende gesundheitliche Folgen haben. Das Tragen eines Helmes ist daher bundesweit, sowohl im Hochbau als auch im Tiefbau, Pflicht. Der klassische Industrie- oder Arbeitsschutzhelm (auch Bauhelm genannt), muss vom Arbeitgeber gestellt werden. In Europa ist der Arbeitsschutzhelm nach EN 397 genormt.
Er schützt den Träger in beengten Situationen aber auch vor herabfallenden Gegenständen und pendelnden Lasten.
Die Farbe der Helme kennzeichnet zudem oftmals die Funktion eines Mitarbeiters.

Einen Arbeitsschutzhelm gibt es für die Baustelle im Eigenheim ebenfalls auf Amazon:

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Werkzeuggürtel

Der Werkzeuggürtel hat gleich zwei wichtige Sicherheitsmerkmale. Er sorgt einerseits dafür, dass der Träger bei Bedarf beide Hände frei hat, andererseits sichert er am Körper getragenes Werkzeug vor dem Herabfallen. Einen hochwertigen Werkzeuggürtel können Sie auch auf Amazon erwerben:

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Handschuhe

Baustelle Arbeitshandschuhe
Arbeitshandschuhe tragen zum Schutz enorm bei.

Handschuhe schützen, je nach Beschaffenheit, den Träger vor Schnitt- und Stichverletzungen, Verbrennungen sowie vor Gefahrenstoffen und anderen Umwelteinflüssen.
Da auf einer Baustelle die Hände während der Arbeit möglichen Gefährdungen ausgesetzt sind, muss der Bauunternehmer in Deutschland dem Beschäftigten geeignete Schutzhandschuhe zur Verfügung stellen. Die Beschäftigten sind verpflichtet, die zur Verfügung gestellten Arbeitshandschuhe während der Arbeit einzusetzen.

 

Gehörschutz

Kreissägen, Presslufthammer und Co. erzeugen Geräusche im hohen zweistelligen Dezibel Bereich. Es ist daher erforderlich, das eigene Hörvermögen mit einem Gehörschutz vor Geräuschen und Schalltraumata zu schützen. Der sogenannte Dämmwert beschreibt dabei die mögliche Reduzierung der wahrgenommenen Lautstärke. Gängige Varianten des Gehörschutzes sind Stöpsel, Kapseln sowie Otoplastiken. Durch Kombinierung von beispielsweise Kapselgehörschutz und einer Otoplastik lassen sich höhere Dämmwerte erzielen. Für professionellen Gehörschutz sollten Sie sich dennoch am besten durch einen Hörakustiker beraten lassen.

Der zulässige Lautstärkepegel ist geregelt in der DIN 15905-5.

 

Sicherheitsschuhe

Sicherheitsschuhe müssen entsprechend der DGUV-112-191 mit einer Schutzkappe aus Metall oder Kunststoff zum Schutz der Zehen ausgestattet sein. Die Zehenschutzkappe nach EN ISO 20345:2011 bzw. DIN EN 12568 soll in erster Linie den Zehenbereich vor Quetschungen schützen.
Weiterhin werden Sicherheitsschuhe, je nach Beschaffenheit, klassifiziert in Sicherheitsschuhe des Typen SB und S1 bis S5. Eigenschaften, wie Profilierung, Leitfähigkeit, Antistatik, Knöchelschutz sowie Kälteisolierungen, lassen sich anhand der Kategorisierung ableiten.

Ebenfalls bietet hier Amazon eine breite Auswahl:

 

Schutzbrille

Baustelle Schutzbrille Gehörschutz
Die Schutzbrille sowie der Gehörschutz sind essentiell

Schutzbrillen sollen die Augen – und somit insbesondere das Sehvermögen – vor Staub, Chemikalien und anderen schädlichen Einflüssen schützen.
Schutzbrillen nach DIN EN 166 bestehen aus Brillenkörper sowie Sichtscheiben.
Die Norm beschreibt weiterhin alle Anforderungen an den persönlichen Augenschutz.

 

Atemschutz

Auch unsere Atemwege und die Lunge sind Umwelteinflüssen ausgesetzt. Bei vielen Tätigkeiten wird Staub aufgewirbelt und ebenso die gegenwärtige Bedrohung durch Ansteckung stellt ein Gesundheitsrisiko dar. Trotz moderner staubarmer Technologien sind weitere Schutzmaßnahmen wie das Tragen von Atemschutzmasken notwendig. Die ebenfalls im Zusammenhang mit dem Coronavirus verwendeten FFP2-Masken schützen Angestellte bei Bauunternehmungen vor Staub.
FFP Atemschutzmasken bieten jedoch keinen Schutz gegen Gase und Dämpfe, dafür kommen Halbmasken oder Vollmasken mit entsprechenden Filtern zum Einsatz.

Lesen Sie passend hierzu mehr in unserem Ratgeber “Die richtige Atemschutzmaske finden“.

 

Weitere Schutzmaßnahmen auf der Baustelle

Die Sicherheit von Bauunternehmungen hängt maßgeblich davon ab, ob die sicherheitsrelevanten Vorschriften eingehalten werden.
Wenn potentielle Gefahren erkannt werden, sollten diese umgehend gemeldet und bestenfalls (durch Absperren oder Kenntlichmachen) gesichert werden. Auf diese Weise werden andere Personen geschützt, die diese Gefahr eventuell nicht bemerkt hätten.
Die persönliche Schutzausrüstung hilft außerdem nicht nur im Bauwesen, Leben und Gesundheit zu schützen. Es ist daher absolut notwendig, sie regelmäßig auf Zustand und Vollzähligkeit zu überprüfen. Sollten Gegenstände beschädigt oder verloren werden, sind diese umgehend zu ersetzen.

Fazit

Eine kurze Unachtsamkeit kann bereits gravierende Folgen für die Gesundheit haben. Auch wenn Sicherheitsmaßnahmen manchmal übertrieben oder lästig zu sein scheinen, gewährleisten sie ein Mindestmaß an Sicherheit und sorgen dafür, dass wir am Ende eines Arbeitstages alle wieder heil und gesund zu Hause auf der Couch sitzen können. Es ist daher in unser aller Interesse, unsere Gesundheit durch Ergreifung der notwendigen Schutzmaßnahmen, egal ob Großbaustelle oder Eigenheim, aufrecht zu erhalten.

 

Weitere Ratgeber zum Thema Sicherheit auf der Baustelle

  • Erfolgreiches Bauen ohne Unfälle ist nur möglich, wenn die Umgebung auf dem Bau ausreichend gesichert ist. Informieren Sie sich daher im Ratgeber “Die sichere Umgebung auf der Baustelle” über alle wichtigen Grundlagen.
  • Was ist eigentlich die Baustellenbewachung? Lesen Sie doch es in unserem Sicherheitslexikon nach!

 

Titelbild: Bauarbeiter in Schutzkleidung, Bildquelle: Pexels / Autor: Anthony Shkraba

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