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Bayern: Private Sicherheitsfirmen bald auch in Flüchtlingsunterkünften

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Private Sicherheitsfirmen bald auch in Asylunterkünften

Bei der bayrischen Kabinettssitzung am 07. Februar 2017 wurde beschlossen, das zukünftig, neben der Polizei, auch private Sicherheitsunternehmen für Sicherheit in deutschen Asylunterkünften sorgen sollen. Bisher konsultierte man die Firmen ausschließlich bei der Sicherung für die Erstaufnahmeeinrichtungen.

„Nur bei Objekten mit entsprechendem Handlungsbedarf“

Die Erwartungshaltung von Sozialministerin Emilia Müller ist eindeutig:

„Wir erwarten, dass Menschen, die bei uns Schutz vor Krieg und Verfolgung suchen, friedlich miteinander unter einem Dach leben können. Allerdings haben wir auch Einrichtungen, in denen es beispielsweise aufgrund der unterschiedlichen Nationalitäten der Bewohner vermehrt zu Problemen kommt. Hier müssen wir handeln.“

FlüchtlingsunterkunftPolizeieinsätze aus der Vergangenheit bestätigen diese Aussage. Jedoch geht es grundsätzlich auch um die äußere Sicherheit der Heime, die in der Vergangenheit oft Ziele von politisch orientierten Angriffen waren.

Der erste Schritt ist eine Beurteilung aller Unterkünfte in Bezug auf Größe, Belegung, Lage und Sozialbetreuung. Sollte diese Beurteilung auf einen erhöhten Sicherheitsbedarf hinweisen, so sollen private Sicherheitsfirmen zu Rate gezogen werden.

Eine enge Zusammenarbeit mit Polizei, Verwaltung und lokalen Hilfsorganisationen wird hierbei vom Kabinett angestrebt. Das Ziel dieser Zusammenarbeit ist es, gewaltsame Konflikte noch vor der Entstehung durch eine mögliche Früherkennung und Präsenz von Sicherheitskräften zu verhindern.

Dass ausgerechnet Bayern diese Maßnahme zuerst ergreift ist nicht verwunderlich. Als südlichstes Bundesland hatte man in Bayern 2016 stark mit den, über die Balkanroute zugewanderten, Asylbewerbermassen zu kämpfen. Trotzdem ist Bayern mit nur etwa 4000 Erstanträgen (im Zeitraum Januar-Februar diesen Jahres) weit hinter dem Spitzenreiter Nordrhein-Westfalen mit über 9000*.

Höhere Ansprüche

Dass der Beruf in einer Flüchtlingsunterkunft anspruchsvoll ist, zeigen die mahnenden Worte der BDSW-Sprecherin Silke Wollmann:

„Wenn Sie in einer Flüchtlingsunterkunft tätig sind, dann müssen Sie mit den Menschen umgehen können und nicht irgendwo eine Tür auf und zu machen oder eine Ausweiskontrolle beim Einlass durchführen.”

Die Politik muss also genug Kapital für qualifiziertes Personal bereitstellen, um die optimale Betreuung der gefährdeten Einrichtungen zu gewährleisten.
Die Sicherheitsunternehmen in Bayern können sich also auf einen wachsenden Markt freuen.

Quelle: http://www.bayern.de/bericht-aus-der-kabinettssitzung-vom-7-februar-2017/?seite=1579
Bildnachweis: @fotolia, 104998456 | Fotograf: ArTo

*Zahlen entnommen aus Publikation “Aktuelle Zahlen zu Asyl – Februar 2017” des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge Seite 7.

 

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