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Wachsende Kriminalitätsrate – Einbrecher setzen sich in Deutschland nur geringem Risiko aus

Laut offiziellen Polizeistatistiken kam es 2014 häufiger zu Einbruchsdelikten als in den vorhergehenden Jahren. Die Täter gehen professionell vor und bleiben oft unerkannt. Zuständigen Sicherheitsbehörden können die verdächtige Personen nur selten stellen. Doch die Gefahr selbst Opfer eines Einbruchs zu werden, lässt sich kontrolliert senken.

Nur einen kurzen Moment das Haus verlassen, um alltägliche Aufgaben zu erledigen, schon steht man völlig unerwartet vor einem Desaster. Die beunruhigende Botschaft: Es kann jeden treffen, es passiert zu jeder Tageszeit und die Scheu erwischt zu werden, schreckt Einzeltäter und Diebesbanden immer seltener von ihrem Vorhaben ab. Ursache ist deren zügiges und geplantes Vorgehen. Längst gelten nicht nur vielversprechende Luxus-Anwesen als wichtigste Anlaufstelle von Langfingern, sondern auch gewöhnliche Wohnhäuser rücken vermehrt in den Fokus. Der Zeitaufwand ist erschreckend gering, denn oft gelingt der Einstieg in ein fremdes Haus und die Suche nach lohnenswerten Gegenständen in nur wenigen Minuten. Auf diese Weise werden ganze Häuserreihen von kriminellen Banden durchforstet.

 

Geringe Aufklärungsquote, rasanter Anstieg der Delikte

Etwas mehr als 150000 Fälle wurden laut offiziellen Quellen des BKA in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) dokumentiert. Insgesamt zeichnet sich eine Steigerung von 1,8 % gegenüber den Wohnungseinbrüchen des Jahres 2014 ab. Deutlich aussagekräftiger belegt jedoch der Zuwachs von Wohnungseinbrüchen mit beachtlichen 46,3 % seit 2006 die negative Entwicklung der Einbruchsquote. Dagegen beträgt die Chance auf Aufklärung solcher Vergehen nur 14,7 %. So klären die zuständigen Behörden, grob überschlagen, nur jeden siebten Fall auf. Vor allem zur dunklen Jahreszeit im November und Dezember steigen die illegalen Aktivitäten spürbar an. Aber auch in der restlichen Jahreszeit besteht weiterhin Gefahr für den Bürger.

 

Viele trifft es völlig überraschend

Anders als häufig angenommen, gehen organisierte Banden oft am helllichten Tag ihrer Tätigkeit nach. Im Brennpunkt stehen vor allem leicht zugängliche Orte, die schnell von der Autobahn aus zu erreichen sind. Einfache Wohnungen verfügen zudem kaum über geeignete Abwehrmaßnahmen wie elektronische Sicherung oder Verstärkung von Fenstern und Terrassentüren, um Einbrechern den Zutritt zu erschweren. Nach Auskundschaften geeigneter Objekte gehen die Täter effizient vor. Mit einfachsten Werkzeugen wie einem Schraubenzieher brechen sie in kürzester Zeit ungesicherte Fenster und Türen aus ihrem Rahmen, während die Eigentümer arbeiten oder anderweitiger Beschäftigung außerhalb nachgehen. Der angerichtete Schaden und das Durcheinander fallen neben der Entwendung von Wertgegenständen dabei ebenfalls schwer ins Gewicht. Abseits materieller Verluste manifestiert sich bei vielen Betroffenen ein ausgeprägtes Gefühl der Unsicherheit. Besonders tief sitzt der Schock, wenn Menschen völlig unerwartet während des alltäglichen Lebens Opfer eines solchen Verbrechens werden. Zertrümmerte Fensterscheiben und aufgebrochene Türen zeugen von den rabiaten, ungehemmten Methoden. Dass Einbrecher nur leerstehende Wohnungen, deren Besitzer auf Reisen ist, in Betracht ziehen, stellt längst nicht mehr die Regel dar. Viele Einbrüche tragen dabei die Handschrift erfahrener Berufskrimineller, die Risiken und Erfolgsaussichten ihres Handels gut einschätzen können.

 

Internationale Banden sind schwer zu fassen

Wie ist aber dieser massive Anstieg zu erklären? Laut Polizei ist Deutschland vor allem für Einzeltäter und organisierten Banden, deren Herkunft oft aus Osteuropa und so jenseits der Landesgrenzen liegt, ein lohnendes Ziel. Teilweise involviert sind auch jugendliche Straftäter ohne ermittelbaren Wohnsitz. Deren Bestrafung fällt dementsprechend milde aus aufgrund ihres Alters und nicht festzustellenden Erziehungsberechtigten. Selbst gefundene DNA-Spuren und Fingerabdrücke führen nur selten zur Identifizierung, da Täter nicht längerfristig in einem Zielgebiet operieren und auch nicht wiederkehren. Das Konzept der Einbrecher beinhaltet gezieltes, schnelles Zuschlagen ausgespähter Objekte und der nachfolgende Rückzug in sicheres Gebiet. Grenzüberschreitung und Arbeitsteilung zwischen Spähern und Dieben dienen der Verwischung von Spuren, die Zusammenarbeit mit Sicherheitsbehörden anderer Staaten nimmt zusätzliche Zeit in Anspruch.

 

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Nicht immer ist die Polizei rechtzeitig vor Ort

Eine einfache Alarmanlage hat eine abschreckende Wirkung, verhindert alleine jedoch nicht immer einen Zutritt auf privates Gelände durch Unbefugte. Bis die Polizei die Echtheit des Alarms erkennt und sich eine Streife am Ort des Geschehens befindet, verstreicht wertvolle Zeit. Trotz aller Mühen ist die Garantie für eine schnelle Ankunft der Sicherheitskräfte nicht immer gegeben. Im ungünstigsten Fall benötigt eine alarmierte Streife zwischen 30 und 60 Minuten abhängig von ihrem aktuellen Standort und Auftrag. Scheint die Immobilie nach einer kurzen Kontrolle unauffällig und unbeschädigt, rückte die Polizei womöglich sogar wieder ab. Private Sicherheitsdienste umgehen bei besonders gefährdeten Gebäuden dieses Problem, da sie nicht durch andere Aufgaben abgelenkt werden und so im Notfall tatsächlich rasch die Lage vor Ort kontrollieren. Natürlich ergibt es auch Sinn, präventive Maßnahmen zu ergreifen, damit deren Einsatz gar nicht erst vonnöten ist. Gelangen Einbrecher nicht innerhalb von 5 Minuten in die begehrten Räumlichkeiten, ziehen sie in den meisten Fällen ab und wenden sich einem anderen Ziel zu.

 

Richtig absichern und verräterische Signale vermeiden

Einbrecher gehen Risiken so gut wie möglich aus dem Weg und bevorzugen daher verlassene Wohnungen. Vor der Tat kundschaften diese mit Hilfe einer Tarnung geeignete Wohnungen aus, verschaffen sich unter einem Vorwand Zugang oder verwickeln Hausbesitzer zunächst ganz harmlos an der Haustür in Gespräche. Ohne sich darüber im Klaren zu sein, locken Hausbesitzer durch unüberlegtes Handeln kriminelle Banden an. Verlautbarungen in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter über die nächste Urlaubsreise geben Ganoven wichtige Informationen über die Anwesenheit eines Hausbewohners. Ähnliche Indizien liefern auch leere Mülltonnen, überfüllte Briefkästen und ständig hochgezogenen oder heruntergelassene Rollläden und signalisieren kriminellen Beobachtern freie Bahn. Vertrauenswürdige Nachbarn können mit ein bisschen Aufmerksamkeit die häusliche Sicherheit entscheidend verbessern, beispielsweise den Briefkasten leeren und bei verdächtigen Aktivitäten die Polizei benachrichtigen. Nützliche Werkzeuge wie Zeitschaltuhren, die von Dämmerung bis Schlafenszeit Zimmerlichter einschalten, täuschen dabei Anwesenheit von Personen vor. Aber auch im normalen Alltag schützen einfache Vorsichtsmaßnahmen vor kurzfristigen Einbrüchen. Schwachstellen und leicht zugängliche Türen oder Fenster gilt es besonders zu sichern. Niemals sollten Fenster bei Verlassen des Hauses gekippt stehen. Haustüren sind stets abzuschließen, da ansonsten der Trick mit der Kreditkarte potentiellen Tätern im wahrsten Sinne des Wortes Tor und Tür öffnet. Widerstandsfähige Konstruktionen in kritischen Bereichen für Türen und Fenster mit RC2-Klassifikation sowie elektronische Sicherheitssysteme rauben dagegen Dieben wertvolle Zeit oder lassen sie im besten Falle scheitern.

Quellen:

  • http://www.focus.de/immobilien/mieten/immer-mehr-einbrueche-eingeschlagene-fenster-aufgebrochene-tueren-ist-deutschland-ein-eldorado-fuer-einbrecher_id_5227775.html
  • http://www.focus.de/immobilien/wohnen/einbruch-rekorde-in-nrw-taeter-sind-oft-nicht-aelter-als-12-oder-13-jahre_id_5063270.html
  • http://www.spiegel.de/panorama/justiz/schutz-vor-einbruch-experten-geben-tipps-a-969616.html
  • http://www.bka.de/SharedDocs/Downloads/DE/Publikationen/PolizeilicheKriminalstatistik/2014/pks2014FlyerDeutsch,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/pks2014FlyerDeutsch.pdf
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