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Man in the Middle-Angriff: Definition & Bedeutung

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In der heutigen Zeit beschränkt sich die Kriminalität nicht nur auf das reale Leben, sondern findet genauso auch in der virtuellen Welt statt, Cyberangriffe und Internetkriminalität nehmen in den letzten Jahren rasant und stetig zu. Das Repertoir und Handwerkszeug der Kriminellen birgt leider auch in diesem Bereich eine große Fülle und Vielfalt an verschiedenen Methoden, zu ihnen wird auch ein sogenannter „Man in the Middle-Angriff“ gezählt.

Was ist ein „Man in the Middle-Angriff“?

Der Angriff findet eigentlich immer in Rechnernetzen statt und ist der Cyberkriminalität zuzuordnen. Der Angreifer befindet sich hier virtuell zwischen zwei Kommunikationspartnern, die zum Beispiel innerhalb eines Chatrooms oder per Email kommunizieren. Der Angreifer verfügt mit seinem eigenen System über die komplette Kontrolle des Datenverkehrs zwischen den kommunizierenden Parteien. Er kann die Informationen, beispielsweise Emails, Nachrichten, Bilder oder andere Textdateien, nach seinem eigenen Belieben einsehen, verändern und somit manipulieren.

Phishing und Social Engineering: Manchmal nutzen Angreifer Phishing-E-Mails oder Social Engineering-Techniken, um Nutzer dazu zu bringen, sich freiwillig in gefälschten Websites oder Netzwerken anzumelden. Dies kann zu einem MitM-Angriff führen, wenn die Opfer unwissentlich ihre Anmeldeinformationen an den Angreifer preisgeben.

Wie ist der Begriff „Man in the Middle-Angriff“ entstanden?

Der Man in the Middle-Angriff, kurz MITM-Angriff, wird auch als Mittelsmannangriff oder Janusangriff bezeichnet. Der Begriff ist nach dem doppelgesichtigen Janus, der der römischen Mythologie entstammt, benannt. Die ist dem Umstand zu verdanken, dass sich der Angreifer zwischen den beiden Kommunikationspartnern, also in der virtuellen geographischen Mitte, befindet und dem Gegenüber vortäuscht, der jeweilige Gesprächspartner zu sein. Er zeigt also gewissermaßen zwei Gesichter, da er die Identität beider Kommunikationspartner vortäuscht.

Worin besteht die Gefahr eines „Man in the Middle-Angriffs“?

Die Gefahr bei einer solchen Form des Angriffs besteht ganz klar darin, dass sich der Täter Zugang zu vertraulichen und privaten Informationen verschaffen kann. Er gelangt so eventuell auch an geheimes Material, beispielsweise auf Gebieten der Politik oder des Militärs, was in den falschen Händen große Gefahr anrichten kann. Die wirkliche Perfidität des Angriffs besteht jedoch darin, dass der Angreifer Nachrichten und Informationen auch komplett manipulieren und verändern kann. Er könnte sie auch zurückhalten und nicht weiterleiten, da sie bei dem echten Empfänger nie ankommen würden. Hier kann also eine gezielte Falschinformation umgesetzt werden, die verheerende Folgen für die betroffenen Personen haben könnte. Auch Erpressungen wird Tür und Tor geöffnet, da der Angreifer nach Belieben an vertrauliche Informationen gelangen kann.

Risikosituationen

MitM-Angriffe sind besonders problematisch in öffentlichen Netzwerken, in denen die Datenübertragung unverschlüsselt stattfindet, wie z. B. offene WLAN-Netzwerke. Aber auch in geschützten Umgebungen können sie auftreten, wenn die Angreifer in der Lage sind, Schwachstellen auszunutzen oder gefälschte Zertifikate zu verwenden.

Schutzmaßnahmen

Um sich vor MitM-Angriffen zu schützen, sollten verschlüsselte Kommunikationsprotokolle verwendet werden, die Daten während der Übertragung absichern. HTTPS (für Webseiten) und VPNs (Virtual Private Networks) sind Beispiele für verschlüsselte Kommunikationsmethoden. Ebenso ist es wichtig, auf korrekte digitale Zertifikate und Warnungen bei ungültigen Zertifikaten zu achten.

Öffentliche WLANs meiden: In öffentlichen WLAN-Netzwerken, die ungesichert oder unsicher sind, ist besondere Vorsicht geboten. Es ist ratsam, keine sensiblen Informationen über solche Netzwerke zu übertragen.

Sicherheitsbewusstsein: Die Schulung von Mitarbeitern und Nutzern in Bezug auf Cybersicherheit und die Gefahren von MitM-Angriffen ist von großer Bedeutung. Das Bewusstsein für potenzielle Angriffsszenarien kann dazu beitragen, das Risiko zu minimieren.

Zertifikate und Vertrauenswürdigkeit: Achten Sie darauf, dass Sie sich nur mit vertrauenswürdigen Websites und Diensten verbinden, die korrekte digitale Zertifikate verwenden. Ein falsches oder abgelaufenes Zertifikat kann auf einen möglichen MitM-Angriff hinweisen.

Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA): Die Verwendung von 2FA kann helfen, das Risiko eines erfolgreichen Angriffs zu verringern. Selbst wenn ein Angreifer Anmeldeinformationen abfängt, benötigt er zusätzliche Informationen, um sich erfolgreich anzumelden.

Regelmäßige Überprüfung von Konten: Überprüfen Sie regelmäßig Ihre Online-Konten auf verdächtige Aktivitäten. Wenn Sie Anomalien feststellen, wie unerwartete Anmeldungen oder Änderungen, könnten Sie Opfer eines MitM-Angriffs geworden sein.

Sichere Software und Updates: Halten Sie Ihre Software, Betriebssysteme und Sicherheitsanwendungen auf dem neuesten Stand. Aktualisierte Software enthält oft Patches für bekannte Sicherheitslücken, die von Angreifern ausgenutzt werden könnten.

Netzwerküberwachung: Überwachen Sie Ihr Netzwerk auf ungewöhnlichen Datenverkehr oder Anomalien. Ein erhöhtes Aufkommen von Anfragen oder verdächtiger Datenverkehr könnte auf einen MitM-Angriff hinweisen.

Multi-Level-Sicherheit: Betrachten Sie die Implementierung einer mehrstufigen Sicherheitsstrategie, die verschiedene Sicherheitsebenen und -mechanismen kombiniert, um sich umfassend gegen verschiedene Arten von Angriffen, einschließlich MitM, zu schützen.

Insgesamt sind Man in the middle-Angriffe eine ernsthafte Bedrohung für die Integrität und Vertraulichkeit von Kommunikation und Daten. Indem Sie sich bewusst sind und geeignete Schutzmaßnahmen ergreifen, können Sie das Risiko solcher Angriffe reduzieren und Ihre Online-Sicherheit verbessern. Machen Sie sich kontinuierlich mit den neuesten Entwicklungen im Bereich der Cybersicherheit vertraut, um sich vor aufkommenden Bedrohungen zu schützen.

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