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Sicherheitsdienste immer häufiger in Krankenhäusern beauftragt

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Randale und Beleidigungen

Der Schutz vor Übergriffen und Gewalt ist schon in vielen öffentlichen Institutionen keine Seltenheit mehr und davon profitiert vor allem der private Sicherheitssektor. Schutz wird überall dort benötigt, wo viele Menschen auf engem Raum aufeinandertreffen. Geht man nach dieser Definition, so passen auch Krankenhäuser in dieses Spektrum, was viele Zwischenfälle bestätigen.

So wurden erst vergangene Woche Pfleger und Ärzte eines Krankenhauses in Lörrach Opfer von Randale und Beleidigungen. Weil er offenbar zu betrunken war, um der Geburt seines Kindes beizuwohnen und ihm daraufhin der Zugang zum Kreißsaal verwehrt wurde, fing ein Mann an das Personal zu beschimpfen und das Interieur zu beschädigen. Ein Eingriff der Polizei verhinderte schlimmeres.

Zahl der Übergriffe nimmt zu

Offenbar sind Vorfälle dieser Art nicht so selten wie vorerst angenommen, denn eine jüngst durchgeführte Risikoanalyse des Diakoniekrankenhauses in Karlsruhe ergab eine erschreckende Statistik. 166 Fälle von körperlicher Gewalt gab es alleine im letzten Jahr. In 42 davon sind Mitarbeiter verletzt worden. Geht man nur nach einem aggressiven Verhalten, so gab es 970 Zwischenfälle.

Auch wenn diese Zahlen vorerst sehr hoch erscheinen, so sei doch laut Michael Wünning, Sprecher der leitenden Ärzte der zentralen Notaufnahmen in Hamburg, der Großteil aller Patienten sehr kooperativ. Ursachen für diese Übergriffe sind vor allem in einer Informationsdifferenz zu finden. So verstehen manche Patienten die deutsche Sprache nicht sehr gut, andere kennen das Hausarztsystem nicht, wieder andere schätzen ihre Symptome einfach nur falsch ein und befinden ihren Fall für dringlicher als er tatsächlich ist. All dies führt zu Frustration und in extremen Fällen zu Aggression.

Als Reaktion: Mehr Sicherheitspersonal

Zwar waren Übergriffe gegen medizinisches Personal schon immer ein Problem, doch in letzter Zeit seien diese häufiger und brutaler geworden. Gerade die Bundesärztekammer fordert mehr Schutz für Personal. Speziell die Überlastung von Notaufnahmen nimmt eine tragende Rolle ein. Für eine schnellere Behandlung wird diese nun immer öfter konsultiert, auch wenn kein Notfall vorliegt. Patienten müssen sich deswegen auf teils immense Wartezeiten (bis zu 7h) einrichten. Nicht für jedermann leicht zu verkraften.

Die Folge all dieser Probleme: Mehr Budget für Sicherheit in Krankenhäusern. Immer mehr Kliniken lassen einen Wachschutz für einzelne Stationen (sog. „Brennpunkte“ wie Psychatrie, Intensivstation, Notaufnahme, etc.) aufstellen und bieten für das medizinische Personal Deeskalationstrainings an. Einen wichtigen Punkt nennt Michael Wünning noch einmal ganz zum Schluss:

„Man kann aggressiven Patienten nicht einfach einen Hausverweis erteilen, wir haben ja schließlich einen Versorgungsauftrag.“

Quellen:

  • http://m.morgenpost.de/vermischtes/article210213847/Immer-mehr-Gewalt-in-Kliniken-Wachleute-schuetzen-Aerzte.html
  • http://m.morgenpost.de/vermischtes/article208648693/Wenn-Patienten-in-der-Notaufnahme-poebeln-und-pruegeln.html

Bilder:

  • Pixabay | Urheber: Hans
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