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Corona-Virus – Auswirkungen auf die Sicherheitsbranche

Corona – Auswirkungen auf die Sicherheitsbranche

Die Sicherheitsbranche musste ihre gewohnten Arbeitsbereiche den durch das Corona-Virus veränderten Gegebenheiten anpassen. Sie konnte neue Aufgabenfelder besetzen. Auch die Mitarbeiter von Sicherheitsunternehmen wurden per Verordnung dazu angehalten, Mund-Nasen-Bedeckungen zu tragen. Der Infektionsschutz für die Sicherheitskräfte wurde durch Vorschriften für Handhygiene und Desinfektionsmittel verbessert. Das war zunächst gewöhnungsbedürftig.

Trotz aller Flexibilität in der Branche waren anfangs erhebliche Umsatzeinbußen zu verzeichnen. Die meisten Messen, Konzerte, Fußballspiele oder andere Großveranstaltungen wurden abgesagt. Die Wachdienste im Flughafen, in einer Flüchtlingsunterkunft oder bei Geldtransporten wurden reduziert oder vorübergehend eingestellt. Covid-19 stellte das gewohnte Leben auf den Kopf. Der Lockdown bedeutete wirtschaftlichen Stillstand. Er bot der Branche aber auch Chancen.

Wie verändert sich die Sicherheitsbranche aufgrund der Pandemie?

Da Veranstaltungen und Events abgesagt wurden und große Sportveranstaltungen ohne Publikum stattfanden, war die Sicherheitsbranche anfangs schwer betroffen. Sie konnte in diesen Bereichen nur noch beratende Tätigkeiten oder die elektronische Überwachung von Firmengeländen vornehmen. Auch nächtliche Streifengänge waren unter Auflagen möglich. Objektschutzaufgaben waren oft durchführbar. Insbesondere die Krankenhäuser und Pflegeheime mussten vor dem Eindringen Unbefugter abgesichert werden.

Sicherheitsunternehmen konnten Einlasskontrollen vornehmen. Sie konnten bei den SARS-Cov-2 Teststationen, bei Supermärkten oder Behörden die Kontrolle der Abstandsregelungen übernehmen. Die meisten Sicherheitsunternehmen bewiesen ausreichend Flexibilität. Problematisch ist, dass trotzdem Mitarbeiter entlassen oder in Kurzarbeit geschickt werden mussten. Anderswo wurden jedoch neue Mitarbeiter eingestellt. Da ein Ende der Pandemie nicht absehbar ist, weiß niemand, wie es weitergeht. Die Höhe des wirtschaftlichen Schadens ist derzeit noch nicht bezifferbar.

In welchen Bereichen sind besonders hohe Umsatzeinbußen zu verzeichnen?

In allen Bereichen, bei denen seit März Veranstaltungen entfallen sind oder ohne Publikum stattfanden, sind hohe Umsatzrückgänge zu verzeichnen. Obwohl die bestehenden Reisewarnungen Ende September größtenteils aufgehoben werden, wird wohl keine Normalität einkehren. Wie die terminlich umgelegte und inhaltlich abgespeckte “Kieler Woche” belegt, meiden die meisten Menschen große Veranstaltungen. Sie gehen trotz ihrer Erkrankungen nicht einmal in eine Klinik, obwohl es angezeigt wäre. Im Pflegeheim herrscht weiterhin eine strikte Besucherregelung. Manches Museum bleibt dieser Tage wegen des Corona-Virus leer.

Die Veranstaltungsbranche liegt seit Monaten brach. Das trifft auch die Sicherheitsbranche. Viele Sicherheitsunternehmen suchten daher nach alternativen Tätigkeitsbereichen. Das Ordnungsamt übernimmt zunehmend die Überwachung der regional geltenden Vorschriften. Das bot auch für die Sicherheitsfirmen neue Tätigkeitsbereiche. Mancher Laden, mancher Imbiss und manches Restaurants wurde inzwischen wegen Nicht-Einhaltung der Auflagen geschlossen. Die Sicherheitsbranche bewies auch unter neuen Vorzeichen, dass sie trotz Covid-19 gut durch die Pandemie kommen kann.

Welche alternativen Einsatzmöglichkeiten gibt es für die Sicherheitskräfte?

Covid-19 hat die Arbeit in der Sicherheitsbranche verändert. Heute arbeiten viele Mitarbeiter mit daran, für die Einhaltung behördlicher Auflagen zu sorgen. Einige Security-Unternehmen haben einen Corona-Sicherheitsdienst etabliert. Dank hoher Flexibilität führen solche Unternehmen mittlerweile auch

  • Zugangskontrollen bei Firmengeländen, Supermärkten, Museen oder öffentlichen Orten durch,
  • Abstandsmarkierungen und Absperr-Maßnahmen durch,
  • die Überwachung der vorgeschriebenen Ein- und Ausgänge aus,
  • die Einhaltung jeweils geltenden Corona-Schutzmaßnahmen aus,
  • die Installation und Betreuung von Desinfektions-Spendern durch,
  • oder entwickeln Zugangskonzepte und Ampelsysteme.

Arbeitsfelder an Teststationen, vor Kliniken, bei Flüchtlingsunterkünften und rund um abgesperrte Quarantäne-Bereiche sind heute normal. Wenn Schlachthöfe und Fleischfabriken mit zahlreichen Ausbrüchen von SARS-Cov-2 auffallen, muss ein Sicherheitsteam die Zugangskontrollen gewährleisten. Die in Quarantäne befindlichen Mitarbeiter solcher Betriebe müssen überwacht und mit Lebensmitteln versorgt werden.

Das Ordnungsamt alleine hätte die anstehenden Aufgaben nicht bewältigen können. Daher halfen die Sicherheitsunternehmen durch eine “Public Private Partnership” aus. Auch die Gesundheitsämter sind hoffnungslos überlastet. Selbst die Testlabors müssen gelegentlich Sicherheitskräfte anfordern. Die Maskenpflicht muss im Baumarkt, im öffentlichen Nahverkehr, in Schulen oder Behörden durchgesetzt werden. Wenn Corona-Gegner Demonstrationen organisieren, kann die Sicherheitsbranche die Polizei bei ihrer Arbeit unterstützen.

Welche Schulungen sind nötig, um in anderen Bereichen arbeiten zu können?

Die Möglichkeiten, innerhalb derer Sicherheitsfirmen in der Corona-Krise agieren können, werden durch § 34a GewO vorgegeben. Es zeigt sich, dass die Branche durch weitere Spezialisierung ein erweitertes Portfolio anbieten kann.

Beim zuständigen Ordnungsamt kann erfragt werden, ob für die jeweils geplanten Tätigkeitsbereiche zusätzliche Prüfungen und Sachkundenachweise erforderlich sind. Meist genügt der normale Sachkundenachweis laut § 34a der Gewerbeordnung. Dieser Nachweis ermöglicht alle Tätigkeiten, die als

  • Streifendienst,
  • Objekt- und Werkschutzaufgabe,
  • Empfangsdienst, z. B. im Objektschutz,
  • Sicherheitskurierdienst,
  • Geld- und Werttransport,
  • Veranstaltungsschutz- bzw. Ordnertätigkeit,
  • Personenschutzaufgabe,
  • oder Ermittlungsdienst

zu bezeichnen sind.

Ausblick

Es fehlt derzeit aber noch an der Erkenntnis, dass die Sicherheitsbranche in manchen Bereichen durchaus Systemrelevanz hat. Im Rahmen einer Notfall-Verordnung könnten die Mitarbeiter dieser Branche dann auch im Einzelhandel, in Schulen oder Kitas arbeiten. Sie könnten von Maskenverweigerern Strafgelder kassieren, Schwarzmarktgeschäfte unterbinden, oder Touristen über geltende Strandzugangs-Regeln informieren. Eine Ausnahmesituation wie die Corona-Krise stellt eine Herausforderung dar. Sie testet ganze Branchen auf Überlebensfähigkeit und Flexibilität. Derzeit gibt es zwar einige Erleichterungen, die perspektivisch Hoffnung machen. Doch ob diese auch im Herbst und im Winter bestehen bleiben werden, ist ungewiss.

Titelbildquelle: Bild von “Gerd Altmann” auf Pixabay

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