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Knapp 40 Prozent Umsatzwachstum bei privaten Sicherheitsdiensten! Der Boom hat aber auch negative Konsequenzen…

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Eins wird bei diesen Zahlen schnell klar: Sicherheitsdienste sind gefragt wie noch nie! Um 39,5 Prozent stieg der Umsatz privater Dienste laut Quartalsvergleich 2015/2016. Die seit 2003 bestehende Konjunkturstatistik für den Dienstleistungssektor konnte einen solchen Zuwachs bisher nicht verzeichnen. Allein im Jahr 2015 nahm der Umsatz der Konjunkturstatistik zufolge um 15,5 Prozent zu. Ein Trend, der auch das Jahr 2016 erfassen wird, sagen Branchenexperten voraus. Die unlängst veröffentlichten Zahlen der Konjunkturstatistik für den Dienstleistungssektor machen darüber hinaus deutlich, dass immer mehr neue Arbeitsplätze bei privaten Sicherheitsdiensten entstehen. So erhöhte sich die Anzahl der dort Beschäftigten um 17,9 Prozent. Maßgebend waren dabei vor allem Schutzmaßnahmen, die die Sicherheit in Flüchtlingsunterkünften gewährleisten.

 

Wesentlich höher fielen die Umsätze der Sicherheitsdienste im Bereich der Überwachungs- und Alarmsysteme aus. Sie verzeichneten ein Umsatzwachstum von 46,6 Prozent. Experten führen diese Entwicklung auf die stark angestiegene Anzahl von Wohnungseinbrüchen im letzten Jahr zurück. Mittlerweile entscheiden sich immer mehr Privathaushalte und Gewerbetreibende für ein Alarmsystem, das mit den Notruf- und Serviceleitstellen privater Sicherheitsdienste verbunden ist und im Falle eines Alarms eine Meldung abgibt.

 

kehrseite-umsatzwachstum-sicherheitsdiensteDie Kehrseite des Umsatzwachstums bei privaten Sicherheitsdiensten

Trotz des starken Umsatzwachstums von knapp 40 Prozent im privaten Sicherheitsgewerbe klingen so manche Defizite der Sonderkonjunktur durch, die sich nachteilig auf die Branche auswirken. Die negativen Einflüsse des Booms machen sich in den Zahlen des Quartalsvergleiches 2015/2016 der Konjunkturstatistik des Statistischen Bundesamtes deutlich:

  • Mangelnde Qualität der Dienstleistungen,
  • Preisdruck aufgrund von Ausschreibungen, die auf niedrigere Preise abzielen sowie
  • gefälschte Unterrichtungszeugnisse.

 

Insbesondere der starke Flüchtlingsstrom im vergangenen Jahr hatte dazu beigetragen, dass das Wachstum der Branche erheblich zunahm. Branchenkenner bauen deshalb auf die Einmaligkeit des Booms und betrachten die Entwicklung als Konjunkturausnahme. Denn mit dem starken Umsatzwachstum gehen negative Begleiterscheinungen einher, die sich keineswegs allein auf Auseinandersetzungen in Flüchtlingsunterkünften beschränken. Experten beklagen, dass gerade jene Unternehmen von der aktuellen Entwicklung profitieren, die zuvor lediglich Randbereiche bedienten oder gar neu gegründet worden sind und kaum über Erfahrung verfügen. Auch die Überforderung der Behörden spielt eine maßgebliche Rolle, wodurch häufig kein ausreichender Schutz der Unterkünfte in kurzer Zeit bereitgestellt werden kann. Parallel dazu wird die Zuverlässigkeit der Dienstleister nur mangelhaft überprüft. Gerade bei kleineren Sicherheitsunternehmen fällt es den Ordnungsbehörden schwer, ausgiebige Überprüfungen vorzunehmen, bemängeln Fachleute der Branche. Zunehmend tauchen darüber hinaus gefälschte Unterrichtungsakkreditierungen auf, mit denen der Versuch unternommen wird, dringend notwendige Qualifizierungen zu umgehen. Dadurch ist geeignetes Personal kaum vorhanden und Zwischenfälle mit medialer Aufmerksamkeit sind vorprogrammiert. Kritiker weisen auch darauf hin, dass insbesondere Billiganbieter von Auftraggebern bevorzugt werden und oftmals Urheber vieler Probleme sind.

 

Mehr als 15.000 neue Arbeitsplätze im Sicherheitsgewerbe

Mehr als 15.000 neue Arbeitsplätze schuf das private Sicherheitsgewerbe im Jahr 2015. Damit sind aktuell rund 235.000 Arbeitnehmer bei privaten Sicherheitsdiensten beschäftigt. Die Bundesagentur für Arbeit meldete Anfang 2016 weitere 15.000 offene Stelle in der Branche. Auch diesen Prozess sehen Branchenspezialisten kritisch. Sie befürchten, dass das bisherige Qualitätsniveau der Security-Dienstleistungen, das mithilfe von Studiengängen, Ausbildungsberufen aber auch praxisbezogenen Qualifizierungen erreicht wurde, Schaden nehmen könnte.

 

Brancheninformationen (www.bdsw.de)

Mehr als 230.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beschäftigen private Sicherheitsdienstleister derzeit in Deutschland. Ersten Schätzungen zufolge wurde im Jahr 2015 ein Umsatz von zirka 6,9 Milliarden Euro erzielt. Die unter der Ägide des BDSW stehenden Sicherheitsunternehmen bieten Auftraggebern im Rahmen einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit professionelle Dienstleistungen an. Neben Personen- und Gepäckkontrollen an Flughäfen führen sie Schutzmaßnahmen in Kraftwerken und weiteren Einrichtungen der kritischen Infrastruktur sowie bei Liegenschaften der Bundeswehr durch. Genauso nehmen sie Empfangs-, Pfortendienste und qualifizierte Objekt- sowie Werkschutzdienstleistungen vor. Seriöse Sicherheitsunternehmen kombinieren moderne Überwachungs- und Sicherheitstechniken mit personellen Ressourcen und gewährleisten dadurch flächendeckenden Schutz („Integrierte Sicherheitslösung“). In den Verkehrsflughäfen der Bundesrepublik verrichten dagegen mehr als 20.000 Sicherheitskräfte unterschiedliche Service- und Sicherheitsdienstleistungen gemäß Luftsicherheitsgesetz. Sie erwirtschaften einen jährlichen Umsatz von zirka 700 Millionen Euro.

 

Quelle: http://www.bdsw.de/

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